Joyful Failure

Joyful Failure

Ein Abend über die Poesie des Scheiterns
laborgras feat. Liam Byrne & Ensemble

Ein Schritt zu früh.
Eine Bewegung zu spät.
Eine Geste, die ins Leere greift.

Wir leben, als gäbe es kein Fallen. Als müsste alles gelingen. Als wäre Kontrolle ein Versprechen.
Dabei begleitet uns das Fallen, Verfehlen und der Neubeginn auf Schritt und Tritt.

Was also, wenn im Scheitern mehr liegt als bloßes Misslingen? Wenn darin eine eigene Poesie aufscheint – fragil, widersprüchlich und zutiefst menschlich?

Mit der neuen Produktion Joyful Failure richtet laborgras den Blick auf jene Momente, in denen etwas aus dem Gleichgewicht gerät. Sechs Tänzer:innen und ein Musiker bewegen sich zwischen Annäherung und Entzug, Vertrauen und Verlust, Leichtigkeit und Risiko. Körper suchen halt, unterstützen sich, entziehen sich, geraten ins Wanken. Gesten lösen sich auf, Bewegungen brechen ab und tauchen verändert wieder auf. Was eben noch Halt gab, beginnt zu kippen. Was verloren scheint, hinterlässt eine Spur.

Nichts beginnt bei Null.

Zwischen Stolpern und Aufrichtung, zwischen Verlust und Neubeginn spannt sich ein Raum, in dem das Entgleitende nicht verdrängt wird, sondern sichtbar bleibt – humorvoll, widerspenstig, lebendig. Dabei lässt Liam Byrnes Live-Spiel auf der Viola da Gamba Alte Musik und elektronische Klänge ineinander greifen. Es entsteht ein Klangraum von körperlicher Nähe, Intimität und fragiler Präsenz. Klang und Bewegung durchdringen einander, verschieben einander. Scheitern und Verletzlichkeit sind hier kein Ende. Sie sind ein Zustand der Offenheit. Eine Einladung, Unsicherheit auszuhalten.

Immer wieder versuchen.
Immer wieder scheitern.
Immer wieder neu beginnen.

In Anlehnung an Samuel Becketts berühmte Worte »Ever tried. Ever failed. No matter. Try again. Fail again. Fail better.« begreift Joyful Failure Scheitern als Bewegung selbst: als fortwährenden Prozess des Werdens, Auflösens und Neuordnens.

Joyful Failure lädt uns dazu ein, unsere Wahrnehmung zu entschleunigen und jene Momente wahrzunehmen, in denen uns etwas für einen Augenblick entgleitet – und dabei das offenbart, was sonst oft verborgen bleibt: unsere Verletzlichkeit, unsere Ambivalenz und die widersprüchlichen Anforderungen des Zusammenlebens.

Konzept / Künstlerische Leitung: laborgras (Renate Graziadei & Arthur Stäldi) Choreografie: laborgras in Kollaboration mit den Tänzer:innen: Abraham Iglesias Rodriguez, Tian Gao, Miguel González Padilla, Rosalind Masson, Djamila Polo Dramaturgie: Arthur Stäldi Musik: Liam Byrne Kostümdesign: Claudia Janitschek Lichtdesign: Kevin Sock Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Marcelo Vilela da Silva Distribution: Micaela Trigo Gestaltung: Mia Sedding Foto: Phil Dera Haare & Make-up Fotos: Adriana Metzlaff Künstlerische Produktionsleitung: Urszula Heuwinkel

Premiere: Donnerstag 6.8.26 – 19:00 Uhr

weitere Vorstellungen:
Freitag 7.8.26 – 19:00 Uhr
Samstag 8.8.26 – 19:00 Uhr
Sonntag  9.8.26  – 18:00 Uhr

Ort: Radialsystem
Holzmarktstr. 33
10243 Berlin

Tickets: 25 Euro / ermässigt 12Euro
Online-Tickets: radialsystem

Kartenvorverkauf:
+49 (0)30 288 788588
ticket@radialsystem.de

Eine Produktion von laborgras in Kooperation mit dem Radialsystem. laborgras wird von der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt geförder