Arthur Stäldi

Arthur Stäldi

Choreograf, Dramaturg, Dozent

Der Weg zur Bühne: Arthur Stäldi, ursprünglich aus der Schweiz, entdeckte früh seine Leidenschaft für den Tanz. Nach seiner Ausbildung in Luzern und Rotterdam sammelte er erste Erfahrungen an verschiedenen Theatern in der Schweiz und in Deutschland. Die Bühne wurde für ihn schnell zu einem Raum der kreativen Entfaltung. Von 1989 bis 1994 war er als Tänzer und Mitbegründer von COAX in Hamburg aktiv. Zusammen mit Rica Blunck entwickelte er Werke wie Coax, „Archetyp“, „Drifting“ und „Intravenös“, die nicht nur in Deutschland, sondern auch in ganz Europa gezeigt wurden.

Erste eigene Schritte: Schon früh in seiner Karriere begann Arthur Stäldi, eine eigene künstlerische Sprache zu entwickeln. 1984 realisierte er seine erste Performance „She is still alive, but…“ zusammen mit Rudi Schill in der Kunsthalle Luzern. Weitere Werke folgten, die sich mit verschiedenen Facetten des menschlichen Daseins auseinandersetzten, darunter „Klang der Erde“ (1987) und „Heldenfriedhof“ (1989). In den Jahren 1990 bis 1992 setzte er unter anderem mit der „Foto-Performance“ (mit Bernadette Lahmer) im Fotoforum Bremen und „1/2 Stunde oder Der Himmel ist die Grenze“ im Theater auf dem Hornwerk in Nienburg neue künstlerische Akzente.

Die Gründung von laborgras: 1994 fand Arthur in der Zusammenarbeit mit Renate Graziadei einen kreativen Partner, mit dem er ein neues Kapitel aufschlug. Gemeinsam gründeten sie das Künstlerkollektiv laborgras in Hamburg. Seitdem entstehen unter dem Namen laborgras kontinuierlich neue Arbeiten, die nicht nur die tänzerische Ausdruckskraft in den Vordergrund stellen, sondern auch verschiedene Medien und künstlerische Disziplinen miteinander verbinden. Ein Beispiel für diesen interdisziplinären Ansatz ist „I, Myself and Me Again“ (2006), das sowohl in der Tanzforschung als auch im Bereich neuer Medien gefeiert wurde.

Langjährige Partnerschaften und Projekte: Die Zusammenarbeit mit anderen Künstlerinnen war für Arthur stets von zentraler Bedeutung. Besonders enge und langjährige Kooperationen pflegte er u.a. mit dem Choreografen David Hernandez, mit dem er zahlreiche Projekte realisierte. 1995 war er sowohl als Choreograf als auch als Tänzer an der Kampnagel-Produktion Trauma 509 unter der Leitung von Max Eipp beteiligt. Im selben Jahr nahm er am Männerprojekt in Zürich teil, bei dem er mit vier internationalen Choreografinnen zusammenarbeitete.

Tanzpädagogik und künstlerischer Austausch: Arthur Stäldi war nicht nur als Tänzer und Choreograf aktiv, sondern auch als Lehrer und Mentor. Seit 1996 unterrichtet er zeitgenössische Tanztechnik, Improvisation und Komposition an verschiedenen renommierten Institutionen und Festivals, darunter P.A.R.T.S. in Brüssel, die Ernst-Busch-Schule in Berlin sowie das Stadttheater Kassel. Über seine Lehrtätigkeit ist er in zahlreiche internationale Kunstgemeinschaften eingetaucht, von der Schweiz über Österreich, Belgien, Kroatien, Dänemark, Italien, Australien, Frankreich, Spanien bis nach Kolumbien.

Studio laborgras: Von 2002 bis 2023 teilten Arthur und Renate ihre künstlerische Vision im Studio laborgras in Berlin-Kreuzberg – einem Ort für kreative Entfaltung, Austausch und gemeinsames Forschen. Hier entwickelten sie nicht nur eigene Produktionen, sondern boten auch Raum für Workshops und die Zusammenarbeit mit anderen Künstler*innen.

Nach der Tänzerischen Laufbahn: Nach dem Ende seiner tänzerischen Laufbahn im Jahr 2006 widmet sich Arthur Stäldi seiner Arbeit als Dramaturg, Choreograf und Dozent und ist weiterhin aktiv an der Entwicklung innovativer Tanz- und Performanceprojekte beteiligt.

Auszeichnungen und Würdigungen: Für seine Arbeit mit laborgras wurde Arthur Stäldi mehrfach ausgezeichnet. Zu den Ehrungen gehören der Kurt-Jooss-Preis (2004) in Essen und der Kunstpreis Berlin (2015).

Foto: Claude Hofer